The Development of “Institutional Investors” and Activist Funds in Japan
Zusammenfassung
In den letzten Jahrzehnten hat Japan einen dramatischen Wandel im Bereich des Aktionärsaktivismus erlebt und sich von einem Markt, der von passiven Überkreuzbeteiligungen dominiert war, zu einem der aktivsten weltweit entwickelt. Vor den 1990er Jahren legten institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen und Pensionsfonds mehr Wert auf Stabilität als auf Gewinn und unterstützten das Management oft unabhängig von dessen Performance. Regulierungsreformen in den späten 1980er und 1990er Jahren – wie das Anlageberatungsgesetz und die Aufhebung restriktiver Pensionsvorschriften – öffneten die Tür für professionelle Vermögensverwalter und aktivere Anlagestrategien.
Die erste Welle des Aktivismus entstand Anfang der 2000er Jahre, angeführt von Yoshiaki Murakamis Fonds, der Pionierarbeit im Bereich konfrontativer Taktiken leistete. Ausländische Hedgefonds folgten bald darauf, aber regulatorische Gegenmaßnahmen und die Finanzkrise von 2008 schränkten ihren Einfluss ein. Eine zweite Welle begann Mitte der 2010er Jahre, angeheizt durch Corporate-Governance-Reformen im Rahmen der „Abenomics“. Die Einführung des Stewardship Code (2014) und des Corporate Governance Code (2015) ermutigte institutionelle Anleger zu einer aktiveren Zusammenarbeit mit Unternehmen, während Proxy-Berater wie ISS und Glass Lewis aktivistische Kampagnen unterstützten. Auch inländische Institutionen, die sich zunächst zurückhaltend zeigten, übten ihre Stimmrechte zunehmend im Einklang mit ihren treuhänderischen Pflichten aus.
Heute gilt Japan als zweitgrößter Markt für Aktionärsaktivismus, direkt hinter den USA. Derzeit ist eine dritte Welle im Gange, ausgelöst durch die Forderung der Tokyoter Börse an die dort notierten Unternehmen, ihre Kapitaleffizienz und Aktienbewertungen bis 2023 zu verbessern. Aktivisten nehmen nun sowohl kleine als auch große Unternehmen ins Visier und legen oft detaillierte finanzielle und operative Vorschläge vor, anstatt sich lediglich auf Konfrontation zu verlassen. Zwar herrscht nach wie vor Skepsis – insbesondere hinsichtlich kurzfristig ausgerichteter Strategien –, doch der allgemeine Trend deutet darauf hin, dass der Aktivismus die Corporate Governance Regeln neugestaltet. Angesichts der sich weiterentwickelnden Regulierungen in Japan und möglicher Beschränkungen in den USA könnte Japan bald zum weltweit führenden Markt für Aktionärsaktivismus werden.
(Die Redaktion)
